Reya Dawnbringer

Magic: the Gathering in Dresden und Umgebung

Odyssee zur Deutschen Meisterschaft

Es war 2001 und alle Welt spielte "Fires". Wollte man die Regionals gewinnen, mußte man entweder ein Deck habe, daß dieses zu mehr als 50% besiegte oder aber selbst das beliebte/gehaßte R/G Deck spielen und darauf hoffen, daß man schneller als der Gegner war. Zu der Zeit waren die Regionals (damals noch mit dem "guten" alten System der Qualifikationsturniere) mein drittes Turnier was ich spielte und übermütig wie ich war, spielte ich U/W-Kontrolle mit "Blinding Angel" bzw. "Mühlstein".

Ja, ja viel hatten wir uns Chemnitzer vorgenommen. Damals kannte ich niemanden der "großen Namen" im sächsischen Magic. Zudem keinen blassen Schimmer wie man sich bei einem solch großen Event verhalten sollte. Mana getappt und wieder entappt... kein Problem... da war doch nichts dabei...

Nun gut, daß Turnier verlief anfangs so, wie ich mir das gedacht habe ohne Niederlage. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich gegen "Fires", in dem ich das Geschehen souverän dominierte völlig unnötig und aus unerklärlichen Gründen versehentlich eine Karte zuviel gezogen hatte. Natürlich entschuldigte ich mich brav bei meinem Gegner und bevor ich überhaupt fragen konnte, ob ich die Karte zurücklegen darf, wurde auch schon der Judge gerufen. An meinem Fehler gab es für mich nichts zu deuteln und so bekam ich ein Game-Loss. Im Jahr 2003 scheint es jedoch so zu sein, daß man für diesen Fehler als Strafe lediglich eine Verwarnung bekommt, was mich zumindest bei diesen Regionals stutzig gemacht hat... Jedenfalls gelangte ich nach dem Spiel immer mehr auf die Verliererstraße und jeglicher Übermut war vollends gewichen. Immerhin belegte ich bei einer Beteiligung von über 60 Leuten "noch" Platz 29 oder so...

Bei den Regionals 2002 sollte dann alles anders werden. Frühzeitig bereiteten wir uns Chemnitzer auf das Turnier vor. Damals schien R/G mit den ganzen fetten Kreaturen und dem mächtigen "Urzas Zorn" eine gute Wahl zu sein. Immerhin wurden mit dem Erscheinen von "Torment" schwarze Decks ziemlich gepuscht. Dabei zeigte Udo, wie weit man mit einem Pro-Black-Deck eigentlich kommen konnte. Zu Schade, daß sich die Geschichte in diesem Jahr nicht wiederholte...

Andere beliebte Decks in Sachsen waren "Frog", UG-Madness und T2-Junk. Wobei ich im Nachhinein letzteres Deck um die starken Karten "Böse Tat", "Spiritmonger" und "Vindicate" als beste Wahl ansehe.

Jedenfalls wollte ich diesmal einen Platz unter den ersten 20 erreichen. Wieder startete ich das Turnier mit zwei Siegen. In Runde 3 traf ich dann auf einen gewissen Valentin Schneider der eben U/G-Madness spielte. Leicht Colour-Screw in beiden Spielen verlor ich dann doch recht eindeutig. Nun gut, zu diesem Zeitpunkt war noch alles drin. Dies änderte sich dann zwei Matches später als ich mit mehrfach Mulligan und Mana-Screw von meinem Kollegen Mirko Kuckel erneut besiegt wurde. Doch anstatt zu droppen ließ ich mich dann im letzten Match nochmal ohne Gebirge im Mirror vermöbeln. Nach meinem 3-0-3 Rekord belegte ich den für mich blamablen 25. Platz. Erfreulich war, daß es Lukas Richter als erster Chemnitzer Spieler geschafft hatte in die Top 8 einzuziehen. Allerdings war das Viertelfinale dann doch eher ein Desaster für uns...

2003 sollte in Bezug auf die Wahl des richtigen Decks für die Regionals im Gegensatz zu den anderen beiden Jahren deutlich interessanter/schwerer werden. Das liegt daran, daß die Auswahl an möglichen Decks z.Z. ziemlich groß ist. Gleich geblieben ist, da? Grün nach wie vor die dominierende Farbe ist. Mischling, Madness-Karten, "Lebender Wunsch" und "Naturalisieren" sind nur einige Beispiele welche Stärke und Flexibilität von grün ausmachen. Auch als der Spoiler zu der neuen Edition "Legionen" erschien konnte man schon erahnen, daß es eine große Veränderung im Metagame nicht geben wird. Bestenfalls "Withered Wretch" konnte Suicid-Decks einen kleinen Schub geben.

So testete ich im Club und Internet ziemlich erfolgreich U/G-Madness, was ich dann meinen Leuten auch als "Erste Wahl" empfahl. Wenn da nicht immer diese Spiele wären, wo man Colour-Screw sang und klanglos unterging...

Daniel präsentierte mir dann ein U/B-Deck, daß nur auf Kreaturenzerstörung aus war. Ich entwickelte davon meine eigene U/B-Braids Variante und testete das Deck auf unserem "Pre-Regionals-Turnier". Leider sah sich das Deck einem Meer von schwarzen Karten gegenüber wo es logischerweise ziemlich schlecht abschnitt. Kein Wunder wenn 75% der Spieler Schwarz spielen, dann ist so ein Schattenmagier nur noch halb soviel wert...

Kurze Zeit später wurden im Internet R/G Decks immer beliebter, wodurch ich den Braids-Plan gleich mal ganz vergessen konnte. Also mit Daniel auch mal R/G getestet. Dabei kamen wir zu der Erkenntnis, daß das Deck gegen andere Kreaturendecks (U/G, G/W) doch ziemlich "langsam" und die Brücke im zweiten Spiel keine wirklich verläßliche Methode dagegen war. Daniel machte das Deck dann etwas schneller und ich erinnerte mich an das R/G "Frog"-Deck des letzten Jahres. Schnell schaute ich mir eine Deckliste an und stellte fest, daß lediglich eine Karte (Yavimaya-Barbar) nicht mehr spielbar war. Für den Barbar war auch schnell Ersatz in Form der Feuerkatze gefunden. Tatsächlich spielte sich das Deck besser als andere R/G Varianten im Internet. Vor allem gegen AstroGlide brauchte man kaum noch das "Naturalisieren" aus dem SB. Außerdem war jetzt der Kill in Runde 4 möglich, was keine Seltenheit war. Während das Matchup gegen U/G besser wurde, blieb der Angstgegner des Decks G/W.
Die wahre Stärke des Decks war nach wie vor ein Feld, daß aus sehr vielen schwarzen Karten bestand, wovon ich zu diesem Zeitpunkt auch ausging, daß viele Sachsen die beliebte Farbe Schwarz spielen würden.

Also verwarf ich das U/G Deck und packte statt dessen zum FNM in Gera am 07.03.03 das R/G Deck ein. Hier wollten wir Chemnitzer noch mal richtig unsere Decks testen. Allerdings glich das FNM eher einem Heimspiel, da wir den Geraer Teilnehmern zahlenmäßig überlegen waren. Was wiederum bedeutete, daß wir wohl eher gegen uns selbst spielen sollten. Schon bei diesem Turnier zeigte sich, daß die Farbe Schwarz ziemlich unterbesetzt war und so erreichte ich nicht wirklich überragende Ergebnisse mit meinem Deck. Zwar gewann ich 3 von 4 Spielen allerdings keines 2:0, was mich nachdenklich machte. Natürlich verlor ich das Spiel gegen Mirko, der meine G/W Deck von den Dresden Open spielte. Also wieder nach Hause und die ganze Zeit überlegt ob ich das Deck nun spielen sollte. U/G war ganz raus, da ich alle Karten Andreas gegeben hatte, der das Deck spielen wollte. Da ich jemanden brauchte über den ich nach den Regionals schimpfen konnte überließ ich meiner Freundin (die noch nicht mal die fünf Farben von Magic kennt) die Entscheidung über die Deckwahl. Sie meinte, ich solle das Deck spielen mit dem ich bisher auch erfolgreich war. Also verstaute ich das G/W Deck in meinem Rucksack.

Am Morgen vor dem großen Event schaute ich mir mein SB nochmal richtig an und nahm noch feine aber entscheidende Veränderungen daran vor. Darunter waren vor allem zwei Entscheidungen, die ich später bereuen sollte.

Statt dem "Spellbane-Centaur" nahm ich einen "Cop: Black" rein. Wobei ich in früheren Spielen den Zentauren nie gebraucht habe. Erstens hatte ich "Glory", die meistens reichen sollte und "Aether Burst" waren nicht mehr so populär wie beim OBC. Außerdem tauschte ich die "Seidenpeitschen-Spinne" gegen die "Muse des Windgeflüsters", da ich diese im Mirror entscheidend sein konnte.
Auch wenn diese Änderungen bei den Regionals ziemlich ärgerlich waren kann ich nicht sagen, daß der Austausch ein grundsätzlicher Fehler war.

Nun aber zum eigentlichen Turnier...

Die Lokation wurde gleich gefunden und der Saal sah schon ziemlich gut aus. Nach und nach trafen dann auch sehr viele Spieler ein wodurch eine Rekordbeteiligung von 70 Leuten erreicht wurde. Das lag wahrscheinlich daran, daß das Turnier in DD stattfand und das Event leicht zu erreichen war. Bedeutet natürlich auch, daß 7 Runden gespielt werden mußten. Zudem war es erfreulich, daß wir nur mit einer Stunde Verspätung angefangen haben was wohl auch in dieser Region Rekord bedeutete.

Leider wurde zu Beginn des Turniers klar, daß einige namhafte Spieler aus Sachsen fehlten (unter anderem auch der "Ober-Guru" El - wobei das dann doch eher keinen überraschte). Dennoch gab es noch genügend bekannte Gesichter, denen man (wie immer) gute Chancen auf die Top 8 zutraute.

1. Match - Valentin Schneider (U/G-Madness)

Bevor die Paarungen ausgehangen wurden hoffte ich (wie viele andere auch) zuerst auf einen "Newbie". Doch als ich dann an die Liste schaute kamen mir dann die Erinnerungen an das vergangene Jahr. Auch Valentin erinnerte sich und sprach mich auf unsere letzte Begegnung an. Ich tat mal so als ob ich mich nur schwach erinnerte... :]
Im Gegensatz zum "Mainstream" spielte Valentin mit "Aether Burst" und was noch viel wichtiger war gegen mein Deck mit "Meerfolk Looter".
Zum Glück gewann ich den Würfelwurf, was bei meiner Starthand mit Turn 3 Buschhüpfer und danach 4 Mana Kreatures auch dringend nötig war. Überhaupt wollte mein Deck während des gesamten Turniers nur selten mir Bird/Elf anfangen. Klar könnte ich einen Mulligan nehmen aber sehr oft geht der Schuß in diesem Fall nach hinten los...
Spiel 1 legte Valentin natürlich Rootwalla, Mischling, Wurm, fliegend und ich war tot.
Spiel 2 behalte wieder eine Turn 3 Starthand, ziehe aber von oben den Mischling wodurch ich auch mal richtig loslegen kann. Valentin bekommt kostengünstig und schnell zwei Würmer in den Friedhof, doch ich habe für diese "Reprisal" parat. So klopfe ich ihn auf 1, doch ("Aether Burst" sei dank) kann er sich rechtzeitig stabilisieren und kehrt den Spieß einfach um. 0-1-0

Damit war der Auftakt gründlich mißglückt und die Top 8 für heute gegessen...

Während des Turniers versuchte Valentin mich davon zu überzeugen, rot für "Contested Clifts" zu splashen, was ich schon kategorisch als Verfechter von dreifarbigen-Decks (damit konnte ich mich schon bei "Invasion" nicht anfreunden) ablehnte. Zudem nützt mir das Land gegen einen (nicht seltenen) Monsterstart von U/G wie in Spiel 1 zu Beginn gar nichts. Desweiteren habe ich (auch bei diesen Regionals) Spieler gesehen, die zwar 3 Clifts hatten aber kein notwendiges zweites grünes bzw. weißes Mana oder aber die keine Bestie (ergo Baloth) im Spiel hatten.

2. Match - Jan Schwalbe (R/W - AstroGlide)

Ziemlich angefressen von der Niederlage ging es nun also um Schadensbegrenzung. Was folgte war dann weniger ein Spiel als vielmehr eine Begegnung die der Judge mitentschied und die durch falsche Regelauslegungen und Unsicherheit geführt wurde. Mein Gegner präsentiert mir also sein Deck und als ich gerade anfange zu mischen sehe ich wie Jan ungläubig nach seinem SB greift. Ich zähle mal interessehalber mit und bemerke nur 14 Karten im SB. Daraufhin fange ich an sein Deck zu zählen, wobei mein Gegner schon zu erkennen gibt, daß er wohl eine Karte vom SB im Deck gelassen hat. Tatsächlich sind dann 61 Karten im Deck. Der Judge entscheidet auf Game-Loss für meinen Gegner. Insgesamt eine seltsame Konstellation, da ich beim FNM am Vortag bei einem Gegner (mal zur Kontrolle) 56 Karten gezählt hatte und diesen darauf hingewiesen habe, daß er das bei den Regionals tunlichst vermeiden sollte. Der Unterschied: Beim FNM würde ich keinen Judge rufen, bei den Regionals ist das dann aber so eine Sache...
Jan nimmt danach die Karte aus dem Deck und wirft verärgert einen "Zorn Gottes" auf den Tisch, wodurch ich spontan mit Wake oder AstroGlide rechne.
Meine Starthand zeigt wieder keinen Bird/Elf und auch keine Maindeck-Ray of Revelation aber ich behalte trotzdem.
Dann beginne ich mit Biester-Beatdown woraufhin sich mein Gegner den besagten "Zorn Gottes" aus dem SB holt. Eine "Astralrutsche" legt er nicht und das eine "Lightning Rift" ist gegen meine großen Kreaturen noch keine Bedrohung. Zu meinem Glück muß Jan seine Hand ziemlich schnell auf wenige Karten runterspielen. Zu meinem Nachteil legen wir die Cycling-Fähigkeit in Verbindung mit "Lightning-Rift" falsch aus (das kommt davon, wenn man auf Außenstehende hört) wodurch sich das Spiel ziemlich in die Länge zieht. Bei wenigen Leben auf seiner Seite zieht er den lebensnotwendigen Engel. Wahrscheinlich noch etwas unsicher durch das Game-Loss will mein Gegner den Engel ungemorpht auspielen. Er tappt also 6 Länder und läßt diese los um noch einmal einen Blick auf seine Hand zu werfen. Dabei fällt ihm auf, daß er jetzt zu wenig Mana zum cyclen hat und will das Mana zurücktappen, was ich natürlich nicht dulde. Im nächsten Zug greife ich dann mit meinem Kreaturen und Schutz vor Weiß an... Auch wenn das Jan letztlich nichts nützt muß ich ihm zu Gute halten, daß er keiner von den Spielern ist, die nach einem Fehler (Mana im Pool) unnötig und unsportlich herumdiskutieren, sie hätten die Länder nie losgelassen. Allerdings habe ich bei diesem Match auch keinen Freund gewonnen...
1-1-0

3. Match - Lukas Richter (G/W)

Es ließ sich natürlich nicht vermeiden, daß ich irgendwann gegen die eigenen Leute ran mußte. Allerdings bereitete mir das Match gegen Lukas schon ein wenig Kopfzerbrechen. Grund dafür waren die vier über Maindeck und SB verteilten "Muse des Windgeflüsters", die mich empfindlich stören konnten. Erneut begann ich das erste Spiel ohne Bird/Elf und fing an mit Runde 3 Buschhüpfer und danach zwei "Phantom-Centaur". Da ich ihn nicht gleich überrennen konnte, standen sich unsere großen Kreaturen gegenüber. Zudem hatte keiner von uns "Glory" im Friedhof. Durch geschicktes blocken konnte ich jedoch Kreaturenvorteil herausholen und sicherte mit das Spiel.
In Spiel 2 hatte ich dann auf der Starthand 2x Elf, 1x Bird, Mischling, COTH, "Lebender Wunsch" und einen Wald. Naja, gegen G/W kann man das schon mal behalten. Immerhin zog ich dann auch noch die ganzen großen Kreaturen aber eben kein zweites Land. Meine Leben gingen dann kurzerhand 19,14,9,7,2...
Spiel 3 hat Lukas den besseren Start. Ich lege aber in Runde 3 den "Furchtlosen Held" der ihn ausbremst. Leider verzaubert er einen Bird mit "Führung des Elefanten" und greift ständig fliegend für 3 an. Ich bin gezwungen "Anbetung" zu legen. Zu meiner Überraschung hat Lukas keine Entzauberung parat und so bleibe ich irgendwann auf 1 Leben. Eine Held auf seiner Seite hindert auch mich daran eine Kreatur mit Stärke 4 zu legen und so spiele ich halt die "Glory". Per Wunsch suche ich mir eine Zweite heraus und gebe meinen Kreaturen ständig Schutz. Nach dem Spiel schauen wir mal in Lukas Deck nach und sehen, daß die Entzauberungen ziemlich weit unten in der Bibo lagen. 2-1-0

Mittlerweile stand kein Chemnitzer Spieler 3-0-0 wodurch ein Erreichen der Top 8 immer unwahrscheinlicher wurde. Natürlich auch noch dadurch bedingt, daß schon in den ersten drei Runden ziemlich viele Paarungen Chemnitz vs. Chemnitz hießen...

4. Match - Andreas Jahn (U/G-Madness)

Toll, wieder gegen den eigenen Klubkameraden. Diesmal auch noch gegen mein eigenes Deck. Auch Andreas schaute nicht glücklich. Gerade mal Runde 4 und er spielte bereits dreimal gegen die eigenen Leute...
Dann sollte ich also der Dritte sein, der gegen Andreas verlieren sollte. Im Gegensatz zu mir war er aber davon überzeugt noch die Top 8 zu erreichen.
Spiel 1 zum x-ten mal behalte ich eine Starthand ohne etwas bis Runde 3 spielen zu können...
Andreas studiert derweil und legt Eidechse, Auqmöbe, Eidechse. Ich lege gemorphten Engel. Er greift mit allem an und pumpt noch eine Eidechse. In meinem Zug hat Andreas noch ein blaues Mana offen und da ich weiß, daß er lediglich 2x Unsummon spielt, hoffe ich, daß er die Karte nicht auf der Hand hat. Was bleibt mir auch anderes übrig als anzugreifen. Ich entmorphe meinen Engel und greife an... schwups, schon geht er auf meine Hand zurück...
Spiel 2 ist Andreas auf Mono-U und verliert kurzerhand.
Spiel 3 hat er nicht gerade den Mega-Start und so kann ich in Ruhe Mischling, Morph-Engel legen. Als Andreas dann sein zweites blaues Mana findet, legt er "Callous Oppressor" und ich bin gezwungen Engel zu bestimmen wenn ich noch gewinnen will. Allerdings hat mein Gegner kein Wunder parat wodurch mein Engel seine Arbeit in Ruhe verrichten kann.
4-1-0

5. Match - Daniel Weile (R/G)

Wie ich mir das schon vorher gedacht habe, bekomme ich mit Daniel ein recht dankbares Match. Und während mein Gegner auch noch vom Mulligan-Fieber und von Painlands gepackt wird geht mein Deck unverhoffter Weise die Manakurve rauf.
Spiel 2 verläuft dann ähnlich schlecht für ihn. Diesmal Doppel-Mulligan für ihn während ich eine sinnlose Hand mit 5 Ländern und einem "Paradiesvogel" behalte. Ganz klar alles was ich danach ziehen würde, sollte größer sein als das was Daniel legte. Wie erwartet muß er dann auch alles Feuer auf meine Kreaturen ballern (neben "Phantom-Centaur" muß er noch einen Engel wegschießen). So bleibt am Ende wenig Direkschaden für mich übrig und nach wirklich aufopferungsvoller Gegenwehr von Daniel gewinne ich erneut.
4-1-0

Inzwischen an Tisch 27:
Spieler A: Ich greife mit BEIDEN Braids an...
Spieler B: Ok, ich nehme den Schaden...

6. Match - Thomas Breitig (R/W - AstroGlide)

Während wir bei den Dresden Open noch drawn konnten, mußten wir diesmal spielen. Für den Verlierer würde es schwer werden noch in die vorderen Plätze rein zu rutschen. Plötzlich hatte ich die Riesenchance doch noch die Top 8 zu erreichen. Und durch "Ray of Revelation" im Maindeck war das Matchup recht gut für mich. Zudem gewann ich den Würfelwurf und konnte beginnen. In Spiel 1 habe ich natürlich erneut den Turn 3 Start mit Buschhüpfer. Doch der folgende Beatdown auf meiner Seite bringen Thomas arg in die Bredouille. Ein "Terohs Faithful" auf seiner Seite hält mich dann aber ziemlich auf. Zudem zeigen sich während des ganzen Spiels auf meiner Seite keine Entzauberungen und auch der notwendige "Lebende Wunsch" für die "Gigapede" kommt viel zu spät. Bei 4 Leben auf seiner Seite gelingt es ihm dann noch rechtzeitig mich mit zwei "Lightning Rift" abzuschießen.
Das sollte gegen AstroGlide nicht passieren, daß man in Rückstand gerät.
In Spiel 2 starte ich mit Mischling, Buschhüpfer, "Phantom-Centaur". Er legt vier Runden nur Ebenen, hat aber auch 3 Engel auf der Hand. Leider kann er nur einen davon angreifend entmorphen. Bevor besagte Kreaturen auf meiner Seite für genau 17 Schaden angreifen. Das ging schnell...
Spiel 3 verlief dann doch ziemlich spannend, wobei Thomas fast zu jeder Zeit in die Defensive gedrängt war. Vor allem staunte er nicht schlecht, als ein ungemorphter Engel (der wohl die Wende bedeutet hätte) durch "Reprisal" entsorgt wurde.
In diesem Spiel kam es dann auch zu einer unschönen Szene bei der ich, nachdem Thomas eine Karte zu früh gezogen hat, den Judge gerufen habe. Dabei erinnerte ich mich an mein Game-Lost bei meinen ersten Regionals. Im Nachhinein habe ich mir dann ausgiebig Gedanken gemacht ob ich da nicht etwas überreagiert habe. Zu einem richtigen Ergebnis bin ich nicht gekommen. Nach wie vor war das Turnier kein FNM und andere (namhafte) Spieler haben da bei weit weniger groben Fehlern den Judge gerufen. Soll also jeder für sich entscheiden ob das so richtig war...
Thomas erhielt daraufhin eine Verwarnung, was in Anbetracht des Verstoßes auch genügte.
Im Spiel kontrollierte ich recht gut das Geschehen, obwohl erneut keine Entzauberung zu sehen war. Zum Glück mußte Thomas seine gesamten Cycling-Karten von der Hand spielen und eine ganze Reihe gezogener Länder auf seiner Seite sicherten mir den Sieg.
5-1-0

7. Match - Sebastian Heyde (Goblins)

Da wir beide mit einem Draw sicher in den Top 8 waren ersparten wir uns das Spiel.
5-1-1

In den Top 8 waren dann folgende Decks vertreten: 1x U/G-Madness, 1x Wake, 2x GW/r, 1x GW (ja, ja das macht einen Unterschied), 1x Sligh, 1x G/R und 1x Opposition. Was dabei zuerst auffällt, ist, daß die einzigen schwarzen Karten in dem U/G/b-Opposition Deck zu finden waren. Überhaupt waren schwarze Decks während des gesamten Turniers eher spärlich bzw. weniger als gedacht vorhanden, was wohl daran lag, daß zuletzt R/G-Decks sehr populär wurden.
Zudem schaffte es keines der beliebten AstroGlide-Decks auf die vorderen Plätze.
Wenig überraschend war, daß die Top 8 mit 4 Leipzigern und 3 Dresdener besetzt war. Wahrscheinlich ist der überhang an Leipzigern auch darauf hinzuführen, daß gerade bei DD einige gute Spieler fehlten.

Viertelfinale - Sebastian Heyde die 2te (Goblin)

Ein besseres Match hätte ich in den Top 8 nun wirklich nicht kriegen können. Allerdings hatte Sebastian schon im Swiss Mirko besiegt, der einen 1:1 Version meines Decks spielte. Wie das möglich war wußte aber auch Sebastian nicht mehr... Die beiden Spiele waren dann ziemlich einseitig. Nicht nur, daß mein Deck die absoluten Traumkarten (1. Spiel 3x Baloth ist schon böse) bereit hielt, sondern zudem hatte Sebastian erst zuviel dann zuwenig Länder.

Damit hatte ich mich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert, was ich nach meiner Startniederlage nie und nimmer für möglich gehalten habe. Hauptgrund für den Erfolg war, daß ich auf meine Freundin gehört hatte und das Deck spielte, was ziemlich stabil läuft und nicht wirklich ein schlechtes Matchup hat.

Demzufolge konnte ich das nächste Match ganz entspannt angehen.

Halbfinale - Valentin Schneider die 2te (U/G-Madness)

Was Valentin während des Turniers abgeliefert hat war schon beeindruckend. Ohne Punktverlust stand er im Halbfinale und das mit U/G. Oft ist es ja so, daß man die Spiele mit dem Deck verliert, weil man nur Länder von einer Farbe zieht. Scheinbar war das in seinem Fall nicht so. Tatsächlich konnte man manchmal beobachten wie Valentin die absoluten überirdischen Draws hatte (so nach dem Motto "Carful Study" und 2x Rootwalla von oben gezogen).
In Spiel 1 beginnen wir mit Turn 2 Looter und Wunsch. Runde 3 lege ich den "Furchtlosen Held", der meinen Gegner doch etwas ausbremst. Allerdings legt er seinen zweiten Looter was ihn relativ schnell durch seine Bibo kommen läßt. Ein Wunder auf seiner Seite und die nötigen "Aether Burst" sorgen dafür, daß ich erneut verliere.
Spiel 2 muß dann Valentin überraschend einen Mulligan nehmen und zusätzlich hat er keine Kreaturen in den ersten beiden Zügen, was es recht einfach für mein Deck macht. Ein "Glory" auf meiner Seite beendet das Spiel.
Im letzten Spiel beginnt er wieder mit Looter und ich mache daraufhin Druck mit Mischling und Buschhüpfer. Sollten jetzt "Glory" oder "Lebender Wunsch" kommen, würde ich das Spiel wohl gewinnen. Aber leider zeigt sich keine dieser Karten. Überraschend schickt Valentin seine Kreaturen beim blocken in den Tod um daraufhin "Caller of the Claw" zu spielen. Verzweifelt versuche ich "Anbetung" zu legen aber Valentin hat schon eine Logic bereit.
Damit wäre das auch geklärt aber die Teilnahme an der DM entschädigt für die neuerliche Niederlage.

Insgesamt ein gut organisiertes Turnier, daß durch die hohe Teilnehmerzahl nochmal aufgewertet wurde.

Bleibt mir noch Glückwunsch an den neuen (ungeschlagenen) Sachsenmeister zu sagen!!

Falko Sacher, 18. März 2003