Reya Dawnbringer

Magic: the Gathering in Dresden und Umgebung

Rückblick auf die erste PPTQ-Saison

Die ersten drei Monate im neuen Qualifikationssystem "PPTQ" sind vorüber, und ich möchte die Zeit nutzen, um ein kleines Fazit zu ziehen.

Anstelle der bisherigen wenigen, dafür aber recht großen direkten PT Qualifikationsturniere gibt es jetzt kleinere, lokale "Vorabqualifikationen". Das klingt in der ersten Betrachtung natürlich erst einmal umständlich: "Oh ich kann mich für ein Qualifikationsturnier qualifizieren, yeah!". Dem gegenüber stehen die immer größer werdenden Teilnehmerzahlen bei den PTQs ebenso wie der immer größere Aufwand, ein solches Turnier zu betreiben. Nicht zu vergessen die wachsende Unfairness, dass es immer nur einen einzelnen Gewinner gab.

Ich habe in den letzten drei Monaten an insgesamt sechs PPTQs teilgenommen. Gespielt wurde einmal Standard und fünfmal Modern. Constructed ist mir auch tatsächlich um einiges lieber als Limited. Aber wenn in der sehr nahen Umgebung auch mal ein Limited PPTQ ist, würde ich den auch sicher mitnehmen. Dass wir soviel Modern spielen, freut mich. Vor allem, wenn man die ganzen Rants im Netz liest, die sich über zu viel Standard im PPTQ Schedule beschweren. Die nächste Saison zeigt übrigens etwas mehr in Richtung Standard, so dass dies ausgeglichener ist.

Die Turniere waren alle recht gut besucht – zwischen 20 und 60 Teilnehmer in Abhängigkeit der verfügbaren Kapazitäten. Es waren auch meistens immer die lokalen Spieler in der Mehrzahl gegenüber denen, die von weiter her angereist sind. Hier zeigt sich übrigens schon der wirklich echte Gewinn des neuen Systems: Mehr Magic für alle. Früher habe ich Pro Saison nur zwei PTQs gespielt. Die Steigerung auf sechs (und es wären locker auch noch mehr möglich gewesen) ist da schon ziemlich gut. Ebenso gefällt mir, dass auch die lokalen Spieler gut eingebunden werden. Anderseits: Wer einmal auf einem hochgradig besetzten 292-Mann PTQ gespielt hat, der wird auch so etwas sicherlich vermissen, oder?

Die beiden Turniere in Leipzig lagen für mich auch ungefähr in der Reichweite, die ich für ein Ein-Tages-Turnier zu fahren bereit bin. Magdeburg mit seinem Doppel-Turnier-Wochenende war eigentlich erst durch die auf zwei Tage verteilten Turniere lohnenswert. Betrachtet man dies für uns lokal in Dresden, würde ich vorschlagen, so etwas hier auch mal zu probieren. In östlicher Richtung liegen in Tschechien auch einige Orte sehr nah, teilweise sogar näher als Leipzig. Die Gelegenheiten zum Spielen sind also recht groß.

Meine eigenen Ergebnisse waren sicherlich ganz okay, auch wenn es leider nicht herausragend war. Von sechs Turnieren habe ich nur einmal ganz schlecht abgeschnitten und kam bei drei Turnieren, also bei 50%, auch in die Top8. Hier muss ich einfach etwas mehr an meiner Single-Elemination-Drive arbeiten; es waren eben doch immer kleine, Spiel entscheidende Fehler dabei, die dann für das Ausscheiden sorgten.

Ein anderer Aspekt ist auch meine Deckauswahl im Modern. Im Verlauf der fünf Modern-Turniere habe ich drei verschiedene Decks gespielt. Da war zu Beginn die RUG-Shakles Variante, die zu dem Zeitpunkt aber nicht mehr wirklich gut war, da es nur gegen Delver wirklich stark war. Dann spielte ich dreimal in Folge die UWR Geist Variante, mit der ich dann im Comic-Tempel und in Magdeburg die Top8 erreicht habe. Zum Schluss in Leipzig war es dann ein BW Token Deck, mit dem ich erst im Halbfinale ausgeschieden bin. Vielleicht liegt es auch daran, dass die von mir gespielten Decks zu keinem Zeitpunkt wirklich zu den Top-Decks gehörten. Anderseits waren es eben in den Top8-Spielen auch immer knappe Spiele, die ich auch hätte gewinnen können.

Naja, es hat nicht gereicht, und in den nächsten drei Monaten stehen wieder ungefähr sechs PPTQs an. Vielleicht klappt es ja dann, wobei ich gerade auch vor einem kleinen Dilemma stehe. Ich habe 1599 Jahres-PWP und ab 2300 gibt es zwei Byes auf den GPs im nächsten Magic-Jahr. Leider geht das aktuelle Jahr nur noch genau drei Monate – bis zum Ende Mai. 701 Punkte sind mit ein paar PPTQs und dem GP in Krakau sehr knapp schaffbar. Aber das erfordert, dass ich viele PPTQs spiele und auch spielen kann. Damit hab ich auf jeden Fall mehr als nur ein Ziel, welches ich anstreben kann.

Mein nächster PPTQ-Stopp dürfte mich am 28. März nach Prag verschlagen. Da gibt es sowohl Sealed als auch Standard, da dort mehrere Shops am selben Datum ein Turnier durchführen. Standard am Release-Wochenende einer neuen Edition hat sowieso auch immer etwas ganz Besonderes: Ein völlig unbekanntes Format in Kombination mit noch nicht ganz so vielfach verfügbaren Karten dürfte auch einem Glücksspiel gleich kommen, nicht wahr?

Wir werden sehen.

Euer Alex

Alexander Steinbeiß, 27. Februar 2015