Reya Dawnbringer

Magic: the Gathering in Dresden und Umgebung

Regionals Sachsen 2006


Blog

13:24 Uhr
Runde drei ist vorbei (ja, ich bin zu spät gekommen) und die Sonne lacht auf die Fensterfront des Vereinsheimes neben dem Mysteria in Leipzig, wo sich 80 Spieler für die sächsischen Regionals 2006 versammelt haben. In acht Runden werden fünf Einladungen zur Deutschen Meisterschaft vom 10. bis 13. August in Aschaffenburg ausgespielt. Es ist ein "Turnier der alten Männer", so war von Michael Diezel zu hören, weil einige wohlbekannte Namen zu diesem Turnier aus ihren Löchern gekrochen und nach Lepizig gefahren sind.
Der Midi ist über sein grandioses Constructed-Rating (dank Honululu) für die DM qualifiziert. Die meisten anderen, die heute hier sind, hoffen auf einen der fünf Plätze, die es zu gewinnen gibt. Es wären fast sechs Einladungen gewesen, die gibt es nämlich bei 81 Spielern... aber Teilnehmer #81 hatte sein Deck vergessen und konnte sich offenbar auch keines ausleihen. Schade, aber nicht zu ändern!

14:13 Uhr
An Tisch 4 hat Dan Hüller gerade einen Schutzkreis gegen Schwarz auf den Tisch gelegt. Das sollte seinem Gegner Steffen Feja mächtig missfallen, denn Steffen ist mit Mono-Schwarz angetreten. Da macht sich so ein Schutzkreis ganz gut, könnte man sagen! Aber wirklich damit gerechnet hat keiner der Dresdner Mono-Schwarz-Spieler. Willkommen auf den Regionals, wo wirklich alles passieren kann.

14:28 Uhr
Essen auf einem Magic-Turnier ist immer so eine Sache. Die einen bringen sich Schokolade mit, die anderen halten sich an Müsli-Riegel. Aber hier in Leipzig kann man mehr bekommen als nur das: Mit Bockwürsten und Spiegeleiern auf Brot gibt's richtige Hausmannskost, die Spieler auch über acht Runden Regionals tragen kann!

15:23 Uhr
Regionals-Headjudge Martin Golm hätte gern mehr Spieler da gehabt: "Es sind ja sogar weniger da als letztes Jahr." Außerdem, da ist er sich mit allen Spielern einig, ist die Location einfach ein bisschen weit weg vom Schuss. Zwar kann man hier Magic spielen und vor dem Vereinszentrum die Sonne genießen, aber man ist aus allen Richtungen endlos hierher nach Paunsdorf unterwegs.
Ansonsten ist Martin aber relativ zufrieden, denn die Stimmung ist gut. "Wir hatten die üblichen Probleme bei den Decklisten, und manchmal könnten die Spieler Entscheidungen auch einfach mal akzeptieren", erzählt er, aber das war's dann auch schon mit den Problemen. Wenn nicht jede Runde jemand in die Extra-Züge gehen würde, könnten die Regionals sogar noch schneller fertig sein – aber auch so läuft das Event zügig ab, so dass wir alle nachher noch Fußball gucken können.

16:21 Uhr
Einige Decks auf diesen Regionals sind eine gesonderte Erwähnung wert. Das Mono-Black Control der Dresdner schlägt sich im Moment ziemlich gut und hat so manchen Mitspieler überrascht. Ein rein schwarzes Deck erwartete niemand so wirklich – außer vielleicht dem Azorius-Control-Spieler, der die Circles of Protection: Black im Sideboard hat.
Ebenso eine Erwähnung wert sind die beiden Dovescape-Decks, die sich eher schlechter schlagen. Neben dem Enchantment, das dem Deck seinen Namen gibt, sind die Decks ziemlich unterschiedlich. Die grün-weiß-blaue Variante von Martin Sturm hat drei Vitu-Ghazi und ein Glare im Maindeck und eine Tutor-Toolbox (2 Chord of Calling, 1 Congregation of Dawn, 4 Supply // Demand). Zentrale Kreatur und win condition sind 4 Loxodon Hierarch und 1 Simic Sky Swallower.
Hannes Hartmann dagegen ist mit einem schwarz-weißen Dovescape-Deck angetreten und verlässt sich auf Enduring Ideal, Cranial Extraction, Hide // Seek und Faith's Fetters. Boseiju soll bei ihm die Symmetrie Dovescapes brechen. Und wo Martin 3 Shining Shoals im Maindeck hat, sind davon 4 im Sideboard von Hannes zu finden.
Ähnlich interessant ist das B/W Control von Sebastian Sander, der sich für einen totalen Tutor-Ansatz entschieden hat. 4 Diabolic Tutor und 4 Phyrexian Arena können ihm Angel of Despair, Yosei, Debtors' Knell, Kokusho, Pithing Needle, Night of Soul's Betrayal, Extraction, Ivory Mask und Eradicate suchen – die sind alle jeweils einmal im Maindeck vertreten.
Es sei außerdem noch Tim Wiedemanns Deck erwähnt. Seine grün-weiß-schwarze Kreation hat 3 Yosei und 4 Kokusho, aber nur ein Miren, the Moaning Well, um irgendwas anderes außer Angreifen mit den großen Drachen anfangen zu können. 4 Dimir House-Guard können nach den je vier Exemplaren von Wrath und Hierarch suchen und dabei auch die einzelne Extraction oder das Faith's Fetters aus dem Sideboard finden. Dazu hat das Deck einen weißen und einen schwarzen Honden – letztlich ein Transmute-basiertes, schwarz-weißes Silver-Bullet-Deck. Ob das funktioniert? Wir lassen uns überraschen.

16:50 Uhr
Die Standings nach Runde 6 werden aufgehängt, und man kann die Spieler schon nach den begehrten ersten fünf Plätzen hungern sehen. Die ersten vier können sich mit einem Sieg für die DM qualifizieren, alle anderen müssen gewinnen und dann hoffen – der fünfte und letzte DM-Teilnehmer in den Final Standings muss auf sein Glück und seine Tiebreaker vertrauen.

17:31 Uhr
Stefan Menzel spielt an Tisch 4 gegen Martin Arndt, Midi steht daneben und guckt zu. Martin hat eine Meloku auf dem Tisch und benutzt Pro-Player-Karten als Meloku-Token: Kai Budde und zwei beliebige andere. Stefan spielt Electrolyze. Martin: "Hast du schon Ziele angesagt?" Midi: "Nimm nicht den Kai, der sieht so aus, als könnte er das ein oder andere Electrolyze vertragen!" Am Tisch nebenan ist Frank Morgenstern gerade mit viel Eleganz an Hidetsugu's Second Rite gestorben – das Match hat er aber trotzdem gewonnen.

17:55 Uhr
Die Standings vor der letzten Runde hängen und die ersten vier sind sicher bei der DM dabei. Chris Klimke, Martin Arndt, Moritz Kaltofen (Dresden) und Matthias Langner (Leipzig) stehen an der Spitze der Standings, werden gegeneinander gepairt und können mit einem Draw ihre Teilnahme an der DM sichern. An Tisch drei sitzen sich Philipp Materne und Stefan Menzel gegenüber. Der Gewinner fährt zur DM, der Verlierer – kriegt nichts.

18:50 Uhr
Die Regionals sind (fast) vorbei, in Runde acht haben just die Extra-Züge begonnen. Weil er keine Tidings spielte, konnte Stefan Menzel die Kartenvorteils-Schlacht im blau-roten Mirror Match gegen Philipp Materne nicht gewinnen und muss sich jetzt über die Grinder direkt vor den Nationals qualifizieren. Das gilt natürlich auch für alle anderen, die nicht in den Top 5 gelandet sind. Wir haben jedenfalls entspannte Regionals erlebt. Sachsenmeister ist Chris Klimke (Dresden), und wir werden das Abschneiden der fünf Regionals-Qualifizierten auf der DM mit Spannung verfolgen.


Deck Breakdown

10. Juni, 12:13 h – Deckbreakdown

8 Husk
8 B/W Aggro
1 B/W control
1 Ghost Dad

7 R/G Beats
5 4x4 (Graft)
3 Zoo
2 Mono-Green Aggro
2 Boros Deck Wins
2 G/W beats
2 B/R beats
2 R/W burn
1 U/W Skies

6 U/R control
4 U/W/x control
4 Firemane Angel control
4 Mono-Black control
2 Dovescape.dec
2 Glare

6 Wildfire
3 Heartbeat

2 B/G/x Kokusho (ohne Greater Good o.ä.)
1 Greater Good
1 Owling Mine
1 Magemark-Aggro (frisch aus dem Sealed-Pool)


12:31 h: Runde 3 Feature Match: Stefan Menzel gegen Matthias Langner

Beide Spieler sind mit zwei Siegen in dieses Turnier gestartet. Stefan Menzel, Sachsenmeister vom letzten Jahr, ist mit einem U/R Control angetreten. Matthias hat die Nantuko-Hülle an den Tisch gebracht.

Stefan hat den Würfelwurf gewonnen und entscheidet sich dafür, das Spiel zu beginnen. Eine weise Entscheidung – so konnte er Matthias' Dark Confidant in der zweiten Runde mit einem Mana Leak verhindern. So konnte der Confidant Matthias' Mulligan nicht ausgleichen. Auch die drei nächsten Versuche, irgendwas ins Spiel zu bringen (darunter Ghost Council of Orzhova und Orzhov Pontiff) wurden von Electrolyzes und Rewinds abgeschmettert. Trotz der stetigen Schadenspunkte, die Stefan von seinen Shivan Reefs einstecken musste, hatte er schließlich Meloku gegen Matthias' Plagued Rusalka und Isamaru.

Nebenbei freute sich Stefan auch gleich über den nur für ihn an den Tisch gebrachten schwarzen Kaffee.

Ein Jushi Apprentice von Stefan war ebenfalls im Spiel, als Matthias einen Orzhov Pontiff versuchte, aber auch der lief in ein Hinder. Das ermöglichte Matthias allerdings eine Hülle und gleich eine zweite hinterher, die ebenfalls liegenbleiben durfte. Bei 10 (Stefan) zu 8 (Matthias) Lebenspunkten zog Matthias die dritte Hülle von oben, allerdings war das nicht genug, um an den Meloku-Token vorbei zu ziehen.

Stefan Menzel 1 – 0 Matthias Langner

Matthias entschied sich, das zweite Spiel zu beginnen und hielt seine erste Hand. Wie im ersten Spiel war auch da ein Dark Confidant dabei, elegant von Stefan mit einem Boomerang wieder auf die Hand gebracht. Electrolyze war nicht gut genug, den Confidant zu entsorgen: Ein Shining Shoal, entfernt für einen zweiten Shoal, warf den Schaden direkt auf Stefan zurück.

Ein zweites Electrolyze von Stefan konnte den Confidant entsorgen, war aber keine große Hilfe gegen den Mindslicer, den Matthias ebenfalls auf dem Tisch hatte. Stefan: "Da muss ich jetzt wohl Wrath spielen..." Im blau-roten Arsenal ist der nur leider nicht vorgesehen, und gegen Mindslicer und Ghost Council im Spiel konnte Stefan nichts mehr machen.

Stefan Menzel 1 – 1 Matthias Langner

Für Spiel drei reklamierte Stefan das Recht des ersten land drops für sich. "Das waren jetzt echt zwei tolle Spiele – das erste war albern, und das zweite war albern", so fasste Stefan das bisherige Match zusammen. Keine Mulligans, und mit Isamaru eröffnete Matthias das Spiel. Repeal von Stefan entsorgte den 2/2 Hund für eine kurze Weile, nur um durch einen Dark Confidant ersetzt zu werden. Kein Problem für Stefan, der den Confidant mit Threads of Disloyalty übernehmen konnte. "Ich wünsch mir grad’ nen Topf", kommentierte Stefan seine Neuerwerbung.

Den folgenden Angriff von Matthias' Isamaru wollte der Confidant gern blocken, aber Shining Shoal leitete den Schaden auf Stefan um – oder hätte es getan, wenn Stefan das nicht ver-Hinder-t hätte. Ein zweiter Shoal mit Promise of Brunrei kam und machte Matthias' ursprünglichen Plan möglich. Stefan hatte Repeal, musste danach aber mit einem Mindslicer kämpfen, für den er keine Lösung parat hatte außer einem weiteren Repeal.

Leere Tische auf beiden Seiten, und Matthias nahm mit einem Castigate einen tiefen Einblick in Stefans flache Hand: Disrupting Shoal, Pyroclasm und vier Länder (darunter ein Quicksand). Wieder kam Matthias' Mindslicer zum Zuge, aber Stefan erwies sich als solider Topdecker: Meloku von oben ließ seine Lage besser aussehen. Okiba-Gang Shinobi kam auf Matthias' Seite dazu. Meloku und Quicksand brachten zusammen den Mindslicer um. Hülle von Matthias durfte ungehindert resolven, Ghost Counci of Orzhova jedoch nicht. Eine zweite Hülle von ganz oben war zwar ein schöner Topdeck für Matthias. Aber Meloku und ihre Token waren zu viel für das Hüllendeck, das damit eine Niederlage einstecken musste.

Stefan Menzel 2 – 1 Matthias Langner


13:36 h: Runde 4 Feature Match: Chris Klimke vs. Falko Sacher

Die Dresdner Klinke, wie Chris Klimke auch genannt wird, hat sich für diese aggro-lastigen Regionals ein U/R-Wildfire-Deck ausgesucht. Falko hat Orzhov Aggro dagegen zu setzen.

Chris startete mit Steam Vents und Urza's Tower, die er gleich dazu nutzte, Falkos Dark Confidant mit Mana Leak zu entsorgen. Ravenous Rats von Falko nahmen dem Chris ein Demonfire, und Cry of Contrition traf Tidings. Shrieking Grotesque brachte ein zweites Mana Leak in Chris' Friedhof. "Das ist ja nervig", bemekte der Dresdner. Er konnte außer seinem dritten Compulsive Research nichts gegen Falkos Ghost Council of Orzhova tun und stand auf 6 Leben gegen Falkos sieben Schaden. Pyroclasm brachte ihn auch nicht aus der Gefahrenzone, denn Falko hatte mit Ghost Council und Orzhova, Church of Deals genau die sechs Schaden, die für Chris das Ende bedeuteten.

Chris Klimke 0 – 1 Falko Sacher

Ohne Mulligans durfte Chris erneut beginnen und legte Pithing Needle im ersten Zug auf Ghost-Council of Orzhova. "Wie gut, dass ich den raus-geboardet habe", kommentierte Falko, der mit Shrieking Grotesque und Cry of Contrition Wildfire und Keiga abwerfen konnte. Tidings half Chris, seine Hand auf eine akzeptable Größe zurückzubringen. Ein komplettes Urzatron (Urza's Tower, Urza's Power Plant und Urza's Mine) und genug farbiges Mana ermöglichte es Chris, jede Kreatur Falkos zu verhindern – das war auch besser für ihn, denn Falko hatte eine drohende Umezawa's Jitte auf seiner Seite liegen.

Wildfire nahm Falko den Großteil seiner Länder, er musste abwerfen, und danch brachte er keine wesentliche Offensive mehr auf. Ein Pyroclasm von Chris, das Falkos einsame Ravenous Rats zum Ziel hatte, wehrte Falko mit einem Shining Shoal und Ghost-Council ab. Aber gegen den Simic Sky Swallower, den Chris danach auf den Tisch brachte, war er hilflos.

"Ich habe viel gezogen", kommentierte Chris, als Falko dessen Friedhof durchsuchte: Alle Remands, drei Compulsive Researches, zwei Tidings, diverse Mana Leaks. Als Chris dann noch Keiga, the Tide Star neben seinen Sky Swallower legte und Wildfire zeigte, musste Falko seine Niederlage eingestehen in einem Spiel, in dem er von Anfang an nicht wirklich mitspielen durfte.

Chris Klimke 1 – 1 Falko Sacher

Spiel drei! Und auch in diesem Spiel waren beide Spieler mit ihren ersten sieben Karten zufrieden. Mehr als Länder legen passierte nicht in den ersten paar Zügen, bis zum ersten Paladin en-Vec von Falko, der auf das erste Remand von Chris traf. Der hatte Compulsive Research und Mana Leaks, darum hatte Falko nichts und zog zudem auch keine Länder. Ryusei, the Falling Star von Chris machte Druck, und Wildfire nahm Falko alle vier Länder. So endete ein schnelles drittes Spiel, in dem Falko wie in Spiel zwei nie richtig zum Zuge kam.

Chris Klimke 2 – 1 Falko Sacher


14:44 h: Runde 5 Feature Match: Daniel "Chicken" Weile vs. Torsten Anders

Zu Zeiten von Invasion hat das Chicken schon mal ausführliche Erfahrungen mit vielfarbigen Sets. Damals, beim Grand Prix Warschau, hat er mit dem guten Captain-America-Deck ein grundsolides 0-5-drop-Ergebnis aufs Parkett gelegt. Heute war das offensichtlich anders, denn Chicken stand in dieser Runde 3-1.

Nach einem doppel-Mulligan war die Wahrscheinlichkeit allerdings hoch, dass dieses Resultat sich nicht fortsetzen würde. Eine Hand mit Ländern, Scab-Clan Mauler und Char fiel einem frühen Castigate von Torsten zum Opfer. Der Mauler hatte zwar kein Bloodthirst, als er ins Spiel kam, aber bekam einen Moldervine Cloak. Das 4/4-Tier teilte den ersten Schaden aus, und ein zweiter Cloak kam auf des Chickens Frenzied Goblin.

Auf der anderen Seite hatte Torsten Dark Confidant und Paladin en-Vec, der mit seinem Schutz vor Rot definitiv ein Hindernis darstellte. Ghost-Council of Orzhova diente Torsten als Futter für Shining Shoal, der Chickens Goblin entsorgte. Mortify machte kurzen Prozess mit dem Scab-Clan Mauler, und Paladin en-Vec, Dark Confidant und Plagued Rusalka hatten freie Bahn. Chicken ging auf fünf Lebenspunkte und starb dann zügig an Torstens Promise-of-Bunrei-tokens.

Daniel "Chicken" Weile 0 – 1 Torsten Anders

"Mein Deck hat schon gut mitgemacht, aber es war dann gegen Paladin, Shoal UND Mortify doch zu wenig", zog das Chicken die Schlussfolgerung aus dem Match, und Torsten konnte nur lächeln und sagen: "Naja, das stimmt schon."

Ein Mulligan für Chicken, der das Match eröffnete, brachte ein dem Dresdner angenehmes Resultat: Mountain, Kird Ape, dann Forest, Jitte. Torsten konnte nur eine Plagued Rusalka dagegen setzen, hatte aber auch das Last Gasp für den Kird Ape. Das Chicken hatte einen zweiten Affen, und Torsten musste eine Antwort legen, bevor die Jitte wirklich aktiv werden würde.

Mit seinen zwei Ländern war da aber erstmal nicht viel drin. Ein Godless Shrine fügte Torsten zwei Schaden zu, Zitat Chicken: "Ich unterstütze das." Mortify von Torsten entsorgte den zweiten Affen, und Nantuko Husk und das vierte Land machten ihm wieder ein bisschen Hoffnung. Burning-Tree Shaman vom Chicken schnappte sich die Jitte, fing sich eine Rusalka-Aktivierung und ein Last Gasp und lernte die Spielfläche nur als Durchgangsstation kennen. Char vom Chicken tötete Torstens Husk, aber das reichte nicht: Torsten warf alle seine Länder in Tomb of Urami und schlug Chicken mit dem 5/5 Urami-Flieger tot.

Daniel "Chicken" Weile 0 – 2 Torsten Anders


15:50 h: Runde 6 Feature Match: Steffen "Bunter" Feja vs. Frank Morgenstern

Beide Dresdener sind hier mit Mono Black Control (MBC) und stehen 4-1. Frank: "Ich weiß zwar, was ich gegen dich reinboarden will, aber ich habe keine Ahnung, was ich rausnehmen möchte. Naja, ich lass mich mal vom ersten Spiel inspirieren."

Ravenous Rats – "Rat Attack!" – von Frank markierte die erste Aktion des Matches. Steffen hatte Nezumi Shortfang dagegen zu setzen, der den Effekt von Franks Phyrexian Arena ausgleichen konnte. Blackmail von Frank zeigte Hypnotic Specter, Nekrataal und Ink-Eyes. Der Specter ging ins Friedhofs-Nirvana, und Shortfang fing sich einen hard-cast Sickening Shoal ein. Der Bunte reagierte mit Sickening Shoal auf Franks Okiba-Gang Shinobi und legte eine eigene Arena.

Es stand Arena gegen Arena und 11 zu 11 Lebenspunkten, aber Frank hatte keinen Weg, den Hypnotic Specter zu entsorgen, der an seinen Lebenspunkten nagte. Nezumi Shortfang verwandelte sich in Stabwhisker the Odious. "Du hast die Discarder, ich nicht", seufzte Frank. Sickening Shoal und Blackmail, die ihm sein Arena-verstärkter Draw Step gab, reichten nicht, um die Niederlage zu verhindern.

Steffen "Bunter" Feja 1 – 0 Frank Morgenstern

Das inspirierte Sideboarden von Frank führte zu 3 Cruel Edict, 3 Persecute und 2 Distress, die ins Maindeck wanderten (statt 4 Blackmail und 4 Nekrataal). Weder Frank, der dieses Spiel begann, noch Steffen hatten einen Mulligan. Zwei Mana reichten bei Frank für eine Jitte, beim Bunten für Nezumi Shortfang. Cruel Edict traf den Shortfang, aber der Bunte konnte Hypnotic Specter nachlegen. "Und verloren", seufzte Frank, als er kein drittes Land und keine Kreatur legen konnte. Der Bunte langte mit einem zweiten Specter und Blackmail ordentlich zu. Bunter: 19, Frank: 6, und das war's in einem schnellen Mirror-Match.

Steffen "Bunter" Feja 2 – 0 Frank Morgenstern


16:56 h: Runde 7 Feature Match: Moritz Kaltofen vs. Philipp Materne

Moritz stand 5-1 und Philipp 5-0-1 nach Runde 6. Für beide bedeutete eine Niederlage in dieser Runde, dass sie die DM-Qualifikation verpassen würden, ein Sieg wäre für beide die wohl sichere Quali gewesen. Moritz spielte rot-schwarz Beatdown, Philipp hatte sich für ein blau-rotes Kontroll-Deck mit 4 Spell Snare im Maindeck entschieden.

Nach dem gewonnenen Würfelwurf entschied sich Moritz, das Spiel zu beginnen. Beide Spieler behielten ihre ersten sieben Karten, aber so richtig glücklich war vor allem Moritz nicht. Sein Rakdos Guildmage in der zweiten Runde wurde von Moritz' Spell Snare gecoutnert, und der zweite Rakdos Guildmage in Runde drei traf auf ein Remand. Der dritte Versuch eines Guildmages blieb dann liegen, und Moritz hatte auch die Jitte dazu.

Mit Repeal und Spell Snare konnte Philipp den Rakdos Guildmage dann endgültig entsorgen und eine Keiga gegen Moritz' Lyzolda, the Blood Witch legen. Moritz schlug zurück: Jitte auf Lyzolda, Angriff, und Philipp die Lyzolda an den Kopf werfen, dafür musste er nicht lange überlegen. Die Hit-Hälfte von Hit // Run konnte dann Philipps Keiga gefahrlos entsorgen.

Moritz machte weiter Druck: Seine Hellhole Rats liefen in ein Hinder und ein neuer Rakdos Guildmage blieb liegen. Mit gerade noch vier Leben warf Philipp eine Meloku in den Kampf. Aber es war zu spät: Philipp ver-Hinderte zwar Moritz' Jitte, hatte dann aber nichts mehr, um das nachfolgende Char aufzuhalten.

Moritz Kaltofen 1 – 0 Philipp Materne

Philipp spielte zuerst und ließ Moritz Ravenous Rats und Rakdos Guildmage spielen. Pyroclasm gab Philipp einen 2-für-1 Tausch. Moritz warf ihm drei Volcanic Hammer nacheinander an den Kopf, zwei davon counterte Philipp. Beide Spieler zogen nicht das, was sie ziehen wollten: Moritz keine Kreaturen, und Philipp keine Länder.

Rakdos Guildmage vom Moritz traf direkt auf ein Pyroclasm, genau wie die Giant Solifuge, die Moritz nachlegte. Moritz brachte hier und da ein paar Schadenspunkte an, aber Philipp tauschte Karte gegen Karte. Er counterte das nächste Char und legte Druck auf den Tisch in Form von Meloku. Dagegen hatte Moritz nur Hit // Run, das nichts weiter als ein Meloku-Token traf. Allerdings war Moritz damit Hellbent und warf Philipp ein nicht verhinderbares Demonfire, das einzige in seinem Deck, für 11 an den Kopf!

Moritz Kaltofen 2 – 0 Philipp Materne


17:56 h: Runde 8 Feature Match: Philipp Materne vs. Stefan Menzel

Beide Spieler sind mit blau-roten Kontrolldecks an diesem Tisch, und beide brauchen einen Sieg, um sich als fünfter für die DM zu qualifizieren. Wenn Philipp und Stefan ihr Match mit einem Draw beenden, fährt weder der eine noch der andere zur DM – und das ist eine reale Gefahr bei einem blau-roten Mirror Match.

Beide Spieler waren sich der Bedeutung dieses Spiels bewusst, aber Stefan war nach außen hin der entspanntere Spieler. Mit einer mächtigen Eins hat sich Philipp aus der Entscheidung rausgewürfelt, anzufangen, und Stefan eröffnete dieses Finale der sächsischen Regionals 2006.

Beide entschieden sich gegen Mulligans, und die erste Aktion des Matches fiel Stefan zu, der mit einem Jushi Apprentice im zweiten Zug vorlegte. "Land, go", mehr war von den Spielern zu Beginn des Spiels nicht zu erwarten. Und diese Erwartungen erfüllten sie auch völlig, bis Philipp mit einem Boomerang den Jushi auf Stefans Hand zurückbrachte.

Electrolyze von Stefan zog Philipp zwei Lebenspunkte ab und – wichtiger noch – für Stefan eine Karte. Jushi kam wieder und wurde mit einer Spell Snare empfangen, ein zweiter Jushi traf auf Remand. Stefan: "Handkarten?" Philipp: "Sieben!" Stefan: "Nicht schlecht!"

Dann kam Meloku für Philipp. Mana Leak, Remand, und die Meloku lag – aber nicht für lange, weil Stefan mit seiner eigenen Meloku beide Legenden ins Nirvana schickte. Und wieder kam ein Jushi für Stefan, unterstützt von Rewind, das Philipps Spell Snare counterte. Stefan hatte sich eindeutig den Jushi-Vorteil gesichert.

Stefan: "Handkarten?" Philipp: "Sechs!" Stefan: "Sex ist immer gut. Wenn du auf sowas stehst, solltest du nicht zur DM fahren. An so einem Wochenende gibt's nur wenig Leiber, da ist man nur mit schwitzenden jungen Männern in einem Raum."

Tidings brachte Philipps Handkarten zurück auf sieben, und dieses wahnsinnig spannende Match zuckelte weiter fort. Jushi war offensichtlich wichtig für Stefan, denn ein Electrolyze auf seinen Wizard wollte er ungern resolven lassen. Sein Mana Leak wurde mit Spell Snare bedroht, aber Repeal rettete den wichtigen Kartenzieher. Und dann trafen die großen Viecher auf dem Spieltisch ein: Philipp ließ sich nicht lumpen und pr´äsentierte Niv-Mizzet, the Firemind. Stefans Drache war größer: Keiga.

Der Kamigawa-Drache schmiss sich in Stefans Miren, the Moaning Well, und Niv-Mizzet wechselte die Seiten. Philipp holte ihn sich mit Repeal auf die Hand zurück und wir waren wieder da, wo wir angefangen hatten: Stefan spielte Jushi in ein Hinder von Philipp. Niv-Mizzet kam zurück und wollte mit Hilfe von Tidings ordentlich Schaden machen... aber da waren zweimal Remand und einmal Rewind dagegen.

Mit Stefan auf 18 Leben entschied sich Philipp das erste Mal zum Angriff mit Niv-Mizzet. "Ich wäre schon längst tot, wenn du früher angegriffen hättest", ließ sich Stefan verlauten, bevor er mit Repeal auf den Drachen zielte. Eine Keiga traf auf einen Boomerang und damit entschied Philipp das erste Spiel für sich.

Philipp Materne 1 – 0 Stefan Menzel

Wie begann das zweite Spiel? Ganz einfach: Land, go. Mit neun Mana im Spiel traute sich Stefan als erster aus der Deckung und brachte Giant Solifuge. Den anschließenden Counter-Krieg konnte Stefan mit Rewind, Spell Snare und Disrupting Shoal für sich entscheiden. "Hab' ich dich erwischt", wollte Philipp seinen Triumph über die Solifuge ankündigen, aber er hatte nicht mit dem Shoal gerechnet. Dafür hatte Stefan nicht mit dem Pyroclasm gerechnet, das im nächsten Zug die Solifuge abräumte. Philipp brachte Tidings durch, Stefan Jushi Apprentice. Gegen das Electrolyze, das den Apprentice in die Wüste schickte, konnte er allerdings nichts machen. Allerdings gewann er den Gegenzauber-Krieg um Philipps Solifuge.

Ein paar Züge später, der Staub hatte sich gelegt, schaffte es Stefan endlich, im dritten Versuch einen Jushi ins Spiel zu bringen. Aber der kleine Wizard wirkte zwergenhaft verglichen mit Philipps Meloku. Stefan zog Solifuge und Meloku nach, und die Frage war: Würde seine Meloku resolven können? Stefans Hand war Disrupting Shoal und Giant Solifuge. Beide Melokus verschwanden, aber Philipp hatte acht Illusion-Token, die Stefan auf sieben Leben schlugen.

Ohne Pyroclasm konnte Stefan hier nichts mehr machen und streckte dem frisch gebackenen DM-Teilnehmer Philipp Materne die Hand entgegen!

Philipp Materne 2 – 0 Stefan Menzel


Impressionen

Zum Schluss noch ein paar Schnappschüsse, die während des Turniers gemacht wurden:

Farid Taoubi gegen Stefan Rentzsch
Das Spiel im Vordergrund: Daniel Dietze (links) gegen Matthias Langner.
Frank Kurowski (links) gegen Robert Eißner
24 weitere fliegende Kreaturen im Spiel? Sieht nach 'nem Stall aus...
Von links nach rechts: Die Chefin (Frau Gassner), der Hilfs-Sheriff (Michael Diezel), die Praktikantin der Chefin (nach dem Namen hab' ich nicht gefragt) und der Sheriff (Martin Golm).
Was es da wohl zu sehen gibt??? (Sind doch nur Pairings oder Standings...)
Action aus Runde 7


Die Qualifizierten (von links nach rechts): Matthias Langner, Moritz Kaltofen, Philipp Materne, Chris Klimke und Martin Arndt.

Hanno Terbuyken, 13. Juni 2006

 

Kommentar von Valentin am 13. Juni 2006

Leipzig, neeeeeeeeeeeeein. Das darf uns naechstes Jahr nich nochmal passieren. Da muss wohl noch ein bischen mehr Nachwuchsarbeit geleistet werden. ;)

Kommentar von Christian am 13. Juni 2006

Glückwunsch an die Klinke zum ersten Platz und den anderen zur Quali für die DM!

Kommentar von BiJay am 13. Juni 2006

Wärst du mal dabei gewesen, Valentin :)

Kommentar von Tom am 13. Juni 2006

gratz martin zur dm und das mit ninjas omg *G

Kommentar von Stefan R am 13. Juni 2006

Glückwunsch an die qualifizierten, v.a. an die Dresdner. Moritz und Martin beeindruckten mit Rogue.dec, der Matschie ist einfach grundsolide und der Chris mal wieder lucky wie nichts. aber zu gönnen ist es der "Klinke" auf jeden Fall! Viel Glück auf der DM und auf das ihr uns gut vertreten werdet!!

Kommentar von Martin am 13. Juni 2006

War ein schönes Turnier. Besonders schön war natürlich, dass sich 4 Dresdner qualifiziert haben. Die Klinke als Sachsenmeister ist natürlich auch ein Ergebnis mit dem keiner gerecht hätte. Sollten die bis zur DM die Urzaländer nicht bannen, dann wird die Klinke wohl auch noch Deutscher Meister. Ich werde mir natürlich größte Mühe geben, dass er nur Zweiter wird (nach mir). ^^
@Tom Mein Deck ist halt gut. Schade nur, dass es beim Deckbreakdown als U/R Control abgestempelt wird, wobei sich das Ninja-Deck davon doch stark unterscheidet.

Kommentar von Torsten am 13. Juni 2006

Glückwunsch an den chris hast du gut gemacht

Kommentar von Mario am 14. Juni 2006

Oh mein Gott - 4 Küken bei der DM - Chicken, Paul und Strossus - was habt ihr blos falsch gemacht...

Kommentar von Icewarlock am 14. Juni 2006

Naja was soll man sagen, jeder macht mal eine gutes Turnier. Außerdem ganz unverdient ist es ja nun auch nicht, wenn man sich mal ihr Rating anschaut. Ist halt nur schade, dass ich Trottel mir die Quali versaut habe :-(

Kommentar von Marc am 14. Juni 2006

Naja die Niederlage gegen Chris war dann mein Abstieg. Naja aber es war richtig gut und interessaqnt mal auf einem Regional zu spielen. Viel Glück für die 5 Qualifizierten. Und beim nächsten Mal mach ich es euch nicht so einfach^^

Kommentar von Thomas S am 30. Mai 2007

Die Regionals waren ein rundum gelungenes Turnier. Glückwunsch an die Qualifizierten. Mich würden noch die kompletten Final Standings interessieren, hab ich die übersehen oder wurden die nicht gepostet? wäre cool wenn das noch nachgeholt werden könnte